Warum die meisten KI-Strategie-Workshops Geldverschwendung sind
Einen Satz habe ich diese Woche dreimal gehört — einmal von einem Geschäftsführer, zweimal von Beratern: „Wir müssen erst eine KI-Strategie entwickeln, bevor wir anfangen.“
Das halte ich für falsch.
Eine KI-Strategie für ein 80-Mann-Unternehmen ist 2026 ungefähr so sinnvoll wie eine Faxstrategie 1995. Was du brauchst, ist kein 60-seitiges Strategiepapier vom Berater.
Was tatsächlich funktioniert
Drei Dinge, mehr nicht:
- Drei Mitarbeiter, die heute Nachmittag anfangen, mit ChatGPT, Claude oder Copilot an echten Aufgaben zu arbeiten — nicht an Demos.
- Ein Format, in dem sie sich zweimal pro Woche austauschen, was funktioniert hat und was nicht.
- Ein Geschäftsführer, der die zwei stärksten Anwendungsfälle nach sechs Wochen skaliert.
Das war's. Das ist die Strategie.
Die Rechnung dahinter
Ein Strategiepapier kostet schnell 30.000 Euro und liegt nach drei Monaten in der Schublade. Drei Mitarbeiter, die anfangen, kosten 60 Euro im Monat an Lizenzen.
Und sie produzieren in sechs Wochen mehr echtes Lernen als jede Beratungsfolie. Der Unterschied: Das eine ist Theorie über deinen Betrieb, das andere passiert in deinem Betrieb.
Wann eine Struktur doch sinnvoll ist
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ab einer gewissen Größe, bei sensiblen Daten oder regulierten Prozessen braucht es Leitplanken — wer darf welche Tools mit welchen Daten nutzen, wo läuft die Verarbeitung. Das ist aber eine Frage von ein paar klaren Regeln, nicht von einem Strategieprojekt.
Der Fehler ist, die Leitplanken vor die ersten Gehversuche zu stellen. Erst ausprobieren, dann das absichern, was sich bewährt. Nicht umgekehrt.
Wenn dir jemand das Gegenteil verkaufen will, frag ihn, ob er selbst schon mal eine Firma operativ geführt hat.
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